Studie ueber Handystrahlung und Krebs

2016/06/01

Eine aktuelle aber noch nicht komplett abgeschlossene Studie aus den USA soll beweisen, dass Handystrahlung Krebs erzeugt. Natürlich habe ich mir die Vorveröffentlichung durchgelesen und muss sagen, die Schlagzeilen welche man dadurch nun produziert, sind absolut überzogen. Wieso ich dieser Ansicht bin, versuche ich nachfolgend zu erklaeren.

Als Versuchstiere wurden Ratten (max. 200 Gramm Körpergewicht) und Mäuse (max 6 Gramm Körpergewicht) verwendet. Die Tiere wurden in drei “Bestrahlungs-Gruppen” zusammengefasst.

  • 1,6 Watt/Kg-Körpergewicht Bestrahlung
  • 3,0 Watt/Kg-Körpergewicht Bestrahlung
  • 0,0 Watt/Kg-Körpergewicht Bestrahlung (als Vergleichsgruppe)

Bestrahlt wurden die Versuchstiere mehrere Wochen für jeweils 6 Stunden/Tag, jeweils am gesamten Körper.

Das Ergebnis der Gruppen:

  • 3,3% der Versuchstiere erkranken an Krebs
  • 2,2% der Versuchstiere erkranken an Krebs
  • 0,0% der Versuchstiere erkranken an Krebs

Was bedeutet das nun für uns?

Bezogen auf einen Menschen der 70Kg Körpergewicht hat.

  • 112Watt müssten auf dem gesamten Körper der Person ausgesendet werden
  • 210Watt müssten auf dem gesamten Körper der Person ausgesendet werden
  • Keine Aussendung

Wenn das der Fall ist, werden von 100 Menschen, 2-3 Personen an Krebs erkranken.

Ich möchte an dieser Stelle aber daran erinnern, dass ein Handy maximal mit 2Watt sendet, ein WIFI Router mit 0,63Watt. Die Aussendung beim Tierversuch fand gerichtet statt. D.h. die am Anfang dieses Artikels genannte Energie, traf komplett auf die Versuchstiere auf. Ein Handy, wie auch WIFI senden allerdings nicht gerichtet, sondern verstreut um 360Grad. D.h.:

  • Beim Handy werden 0,00555~Watt/Grad ausgesendet
  • Bei WIFI werden 0,00175Watt/Grad ausgesendet

Wenn man nun das Handy oder den WIFI Router an sein Kopf hält, erreicht den Kopf (und nicht wie beim Tierversuch der ganze Körper):

  • 0,888 Watt beim Handy
  • 0,28 Watt bei WIFI

Ich gehe davon aus, dass der Kopf 160Grad der Antenne verdeckt und somit dessen Aussendung ausgesetzt ist.

Diese Werte in Relation zum Ergebnis der Studie gesetzt würde bedeuten, dass 0,026% der Menschen durch das Handy an Krebs erkranken (als Grundlage dient die Gruppe 1 mit 112Watt).

Also… Anstatt wiedereinmal Kopflos durch die Gegend zu rennen ist Nachdenken angesagt. Erst einmal die Studie durchlesen, die Vergleichsgruppen betrachten, die Studie verstehen und dann nachrechnen. Bei vielen Studien stimmen schon die Vergleichsgruppen nicht (z.B. in der Studie der deutschen Krebsforschung zum Konsum von Fleisch). Andere Studien schummeln gerne mit der Darstellung von Zahlen. Seit Kritisch, auch gegenueber diesem Artikel. :-)